Blind ist nicht Hauptkriterium

September 12, 2005 on 7:39 pm | In WAI-Praxis | Neurontin Without Prescription Topamax No Prescription Soma For Sale Glucotrol Generic Buy Aricept Online Stromectol Without Prescription Lotrisone No Prescription Celexa For Sale Inderal Generic Buy Cymbalta Online

Beeindruckend ist es zweifellos, wenn ein blinder Internetbenutzer auf einer Seite surft und staunende Augen seine Fingerfertigkeit auf einer Braille-Zeile verfolgen. Unglaublich, wie gut und professionell geübte blinde Internetanwender inzwischen durch diverse Webseiten surfen. Das Bild des blinden Internetnutzers, der eine Seite vor sich hat, darf aber nicht als “alleiniges Kriterium” für die barrierefreie Internetseite angenommen werden.

Der Bedarf an barrierefreien Internetseiten ist viel größer und breiter gefächert als es die Zahl von blinden Menschen vermuten lassen würde. Wer sich an die gröbsten Regeln der Barrierefreiheit hält, liefert für blinde Internetanwender oft schon die wichtigsten Voraussetzungen zur Benutzung einer Seite mit Hilfe einer Braille-Zeile. Beeindruckt von den Ergebnissen, die blinde Internetanwender, die sich bekanntlich nur an rein textlicher Information orientieren können und alles andere aussparen, beim Surfen erzielen werden oft Menschen mit anderen Beeinträchtigungen völlig außer Acht gelassen. Dabei gibt es zahllose kleinere und größere besondere Bedürfnisse, die nach einer barrierefreien Architektur auch in der Informationswelt verlangen.

Sehende Nutzer nicht vergessen!

Genauso wichtig wie blinde Internetanwender ist die große Gruppe der “sehenden Nutzer”, die eine barrierefreie Seite benötigt. Sei es, weil eine konkrete Augenerkrankung und damit eine schwere Sehbehinderung vorliegt oder sei es, weil jemand gerade seine Brille verlegt hat.
Einen blinden Internetanwender stört es überhaupt nicht, wenn die Seite geringe Kontraste oder eine viel zu kleine Schrift hat… für einen sehbehinderten Internetanwender kann dies die Entscheidung über die Benutzbarkeit bedeuten.

Andere Behinderungen nicht vergessen!

Aber nicht nur visuelle Beeinträchtigungen fallen unter das Thema “barrierefreie Internetseiten”, denn auch motorische Störungen sind davon oftmals schwer betroffen. Ob nun jemand eine wirklich ausführliche Störung in der Koordination seines Körpers hat oder nur “zittrig” ist - auch hier gilt wieder:
Einen blinden Internetanwender stört es nicht, wenn ein Button oder ein Link klein ist… für einen Internetanwender der zittrig eine Maus angreift, eine partielle Lähmung hat oder mit der Maus einfach nicht umgehen kann, kann das die Entscheidung über die Benutzbarkeit bedeuten.

Oftmals sehe ich, wenn ich Unternehmen (vor allem größere Firmen und Konzerne) berate, staundende Augen und offene Münder während ich zeige oder erkläre, wie ein blinder Internetanwender eine Internetseite bedient. Klarer Fall: Eine Braille-Zeile ist ein spannendes Produkt und für viele ist es das erste Mal, dass sie überhaupt erfahren, dass blinde Anwender sich im Internet bewegen können. Leider schlägt bei vielen anderen Behinderungen, wo es um optische oder funktionelle Veränderungen ginge (Kontraste, größere Buttons, …) dann umgekehrt eine gewisse Ignoranz an, dabei ist es so, dass diese “anderen Bereiche” viel mehr Menschen betreffen.

Dies nur als kurzen Hinweis aus meiner eigenen Erfahrung im Umgang mit dem Thema “Barrierefreie Internetseiten”.

7 Blubbers »

RSS-Feed zu Kommentaren dieses Beitrages. TrackBack URI

Blubbern hinterlassen...

You must be eingeloggt um einen Kommentar zu hinterlassen.

Ermöglicht mit WordPress mit dem "Pool"-Thema gestaltet von B. Fernandez .
Einträge und Kommentare. Valid XHTML und CSS. ^Noch oben...^