Web 2.0 - Jetzt downloaden?

January 19, 2006 on 9:51 am | In Trends & Themen | 7 Comments

So schlimm ist das “Marketing-Buzzword” - Web 2.0 - eigentlich gar nicht. Der Unterschied zwischen “Web 1.0″ und “Web 2.0″ ist lediglich ein Unterschied im Zugang, es geht nicht um Technik, nicht um Anwendungen, nicht einmal um “Fähigkeiten”, sondern lediglich um die Philosophie des Zugangs zum Internet als Plattform für Meinungsaustausch, Datenaustausch und “User-Generated-Content”. Die Web 2.0-Bezeichnung ist daher lediglich ein Vehikel für eine gesellschaftspolitische Veränderung im Internet, die man eben nicht anders bezeichnen konnte.

Sidestep: Genausogut wäre eben Fernsehen 2.0 nicht nach Fernsehen 1.0 in Schwarz-Weiß mit der Innovation des Farbfernsehens belegt, nein, im Gegenteil: Es hätte nichts mit Farbe zu tun. Fernsehen 2.0 wäre die Einführung von Sendungen, bei denen die Zuschauer anrufen können und beim Programm ein Bestandteil werden. (Fernsehen 3.0 wären wahrscheinlich dann Reality-TV-Shows á la “Big Brother, Taxi Orange…”) Wir sind also auch im TV längst über die Version 1, auch über Version 2 und Version 3 hinweg und starten gerade Version 4 von Fernsehen.

Unterschied zwischen Web 1.0 und Web 2.0

Der genaue Unterschied zwischen Web 1.0 und Web 2.0 - wer sich diese Begrifflichkeiten aneignen will, wurde auf einer Konferenz im im Oktober 2004 erstmals wirklich definiert, allerdings auch in einem sehr dehnbaren Begriffsbereich. Tim O’Reilly und Joh Bettelle eröffneten damals ihre Vorträge auf der MediaLife-Konferenz mit dem Versuch von Definitionen und Beispielen. Als Beispiele führt Tim O’Reilly dabei unter anderem an:

  • DoubleClick (Web 1.0) … Google AdSense (Web 2.0) / Overture (Web 2.0)
  • Britannica Online (Web 1.0) … Wikipedia (Web 2.0)
  • Page Views (Web 1.0) … CPC / Kosten pro Klick (Web 2.0)
  • Content Management Systems (Web 1.0) … Wikis (Web 2.0)
  • Persönliche Websites (Web 1.0) … Weblogs (Web 2.0)
  • Domainnamen-Spekulationen (Web 1.0) … Suchmaschinenoptimierung (Web 2.0)

Letztlich wird aus diesen wenigen Beispielen unmittelbar klar, dass es sich auch um das handelt, was man als “Semantisches Web” kennt. Es wird zwar immer noch Content produziert und andere Menschen vernetzen Content, die technische Revolution ist aber bei Web 2.0 völlig ausgeblieben. Begriffe wie AJAX fallen, weil sie Menschen vor dem Browser ein anders Gefühl vermitteln, als vor normalen Webseiten. Dass dahinter JavaScript und XML stecken ist für die Benutzer natürlich nebensächlich. Dass AJAX damit aber keine Neuigkeit ist, dass Wikis keine Neuigkeit sind und dass auch Kosten pro Klick keine Neuigkeit sind, muß auch jedem klar sein, der mit der Worthülse “Web 2.0″ herumläuft.

Ist Web 2.0 jetzt neu oder nicht?

Ja und Nein ist die Antwort. Natürlich ist der Trend die Benutzer verstärkt an der Content-Entwicklung zu beteiligen, es ihnen mit Blogging-Systemen und Vlogs und Podcasts leichter und billiger zu gestalten Ihre Inhalte in die Welt zu posaunen, ein - rundherum anerkanntes - Lexikon in Form einer Enzyclopädie namens “Wikipedia” zu führen, das von den Leserinnen und Lesern geschrieben wird ist ebenso Zeichen einer “neuen Einstellung”, aber Wikipedia wurde am 15. Jänner 2001 online… mit “CPC / Kosten pro Klick” haben die Webmaster von kleinen Seiten im deutschsprachigen Raum 1997 schon gearbeitet. Affili.net wurde beispielsweise 1997 ins Leben gerufen und wurde zu einem der bekanntesten Pay-Per-Click-Werbevermarkter. Damit konnten damals und auch heute Webautoren auf ihre Seite Banner und Werbung stellen und wurden pro Klick, den sie dabei vermittelten, bezahlt.

Tim O’Reilly und Joh Bettelle gehen in ihren Ausführungen sogar noch weiter. Sie behaupten letztlich, dass Web 1.0 nichts anderes als die Ära von Netscape war und Web 2.0 die Ära von Google ist. Die treibenden Kräfte, die hinter der Weiterentwicklung stehen sind tatsächlich in den ersten 7 Jahren Netscape und seit Ende der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts Google gewesen. Unter diesen Aspekten aber von “Neu” zu sprechen, wäre wahrlich übertrieben… :o)

Foren & Gästebücher: Spam-Filter nötig…

January 15, 2006 on 5:39 pm | In re:Netz | No Comments

Sicherheit bei Foren und Gästebüchern und sonstigen Formularen ist offenbar größer geschrieben, als je zuvor. In der Entwicklung von Formularen und Scripts, die diese Eingaben behandeln - ob in PHP, Perl, Java oder ASP - ist in letzter Zeit unglaublich wichtig geworden, dass die Funktionen nicht beeinflussbar sind. Die Versuche mit Mailformeln Spam-Mails über Formulare zu versenden, scheinen nicht mehr abzureißen.

Begonnen hat die auffällige Häufung von Formular-Spam-Versuchen bei mehreren Projekten etwa zur gleichen Zeit im Sommer 2005. Seit damals entdecke ich in Mails, die über Kontaktformulare bei mir eingelangen immer wieder den Versuch über Message-Headereingaben die Formularfunktion zu umgehen. Wichtig für die Entwicklung von Formularen ist daher eindeutig:

  • Formulare nur mit exakt fixierten Funktionen versehen, keine Variablen größen wie zB E-Mail-Empfänger beim Formular einbauen… das geschieht leider immer wieder…
  • Einträge, die automatisch freigeschaltet werden (Gästebücher…) auf jeden Fall auf Spam-Links scannen und unmittelbar löschen - am besten jeden Eintrag mit mehr als einem Link darin überhaupt sperren und Catchwords wie “Casino” und “Breasts” … einbauen.

Schade eigentlich, dass dies notwenig ist, aber offenbar geht es nicht anders - wie ich in letzter Zeit, auch in Weblogs aber eben auch in normalen Websites feststelle. Die Websites werden offenbar von Crawlern durchsucht, denn die Formulare sind oftmals so, dass sie eigentlich nicht so schnell auffindbar wären, dass diese “Fundstücke” zufällig sein könnten.

365 Tage. 52 Wochen. 12 Monate. 1 Jahr.

January 9, 2006 on 1:37 am | In Nicht-Rauchen... | 37 Comments

2 Uhr morgens, eine Marlboro Light und dann war Schluß. Als Gauloises-Raucher habe ich dieses Packerl Marlboro Light offenbar nicht verkraftet und mich darum irgendwie entschlossen das Rauchen aufzugeben. Nach einem Jahr - und zwar fast auf die Minute genau - ist es nun Zeit Bilanz zu ziehen.

In meiner Wohnung gibt’s immer noch viele viele Aschenbecher, ich habe einige Kilo zugelegt und meine Ernährungsgewohnheiten haben sich vollständig verändert. Das nicht nur deshalb, weil es ja bis zu einem gewissen Teil auch um “Ersatzhandlungen” für das Rauchen geht, sondern vor allem deshalb weil der Geschmackssinn eine ganz neue Qualität entwickelt hat.

Fehlt die Zigarette? Nein, die fehlt nicht mehr. Es waren einige Wochen, wo die Zigarette fehlte, aber inzwischen bin ich über das Bedürfnis eine Zigarette zu rauchen hinweg. Ob ich Geld gespart habe? Nein, Geld gespart habe ich nicht, das wäre eine Illusion zu glauben dass man sich tatsächlich durch das Nicht-Rauchen das Geld erspart. Es hilft auch fast keine Disziplin etwas dabei, es ist praktisch nicht möglich.

Das Rauchen aufzugeben hat sich jedenfalls ausgezahlt, daran gibt’s eigentlich keine Zweifel.

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